Geschichte der Sklaverei
  Anteil der Wählerstimmen der Nazis an den Katholiken 1932:
 

Anteil der Nationalsozialisten bei den Wählerstimmen der Katholiken in Deutschland 1932:

Deutschlandkarte 1. Anteil der Stimmen der Nationalsozialisten in Deutschland bei der Wahl 1932 (Juli 31), als sie ihren höchsten Stimmenanteil überhaupt bei freien Wahlen erreichten:

Für Karte 2 siehe nächste Seite:


 

Deutschlandkarte2. Anteil der katholischen Bevölkerung in Deutschland laut Volkszählung von 1925 (Juni 16):



Beide Karten stammen von: „Luther ist der Vater des Antisemitismus“, vom 17. März 2011, 12:45 Uhr; Website: pius.info einfach katholisch Offizielle Homepage der Piusbruderschaft; URL: http://pius.info/streitende-kirche/955-protestantismus/5163-luther-ist-der-vater-der-kollektivschuld-der-juden; Zugang 28.11. 2014, 10:58 Uhr.

Stand: 28.11. 2014.

Erklärung der beiden Karten:

Die beiden Karten zeigen, dass Wahlkreise mit hohem Anteil an Katholiken deutlich unterdurchschnittliche Stimmenanteile für die NSdAP bewirken - bei einem reichsweiten durchschnittlichen Stimmenanteil von 37,4% für die  NSdAP 1932 (Juli 31). Da es 1932 nur relativ wenige Deutsche gab, die weder katholisch noch evangelisch waren, bedeuten die beiden Karten aber auch, dass die Wahlkreise mit über durchschnittlichem Wählerstimmenanteil der NSdAP in der Regel mehrheitlich aus evangelisch-lutheranischen Wählern bestehen.

Anders gesagt: Die Zahl der Einwohner des Deutschen Reiches 1925 beträgt 62.410.619. Davon sind 64,2% evangelisch (~=40,1 Mio.), 32,4% sind katholisch (~=20,2 Mio.).[1] D.h. 96,6% der Bevölkerung des Deutschen Reiches sind bei der Volkszählung 1925 entweder evangelisch oder katholisch, und folglich sind nur 3,4% der Bevölkerung nicht evangelisch oder nicht katholisch, weswegen die Gebiete mit niedrigem Anteil von Katholiken fast ausschließlich von Evangelisch-Lutherischen bevölkert sind, da die Evangelischen in Deutschland schon damals zum allergrößten Teil aus Evangelisch-Lutherischen bestehen.

Die Grundlage für die in den beiden Karten deutlich zu erkennenden Unterschiede ist, dass während der in der oberen Karte dargestellten Wahl von 1932 (Juli 31), aufgrund einer wissenschaftlichen Schätzung, Katholiken nur etwa 17% der Wähler der NSdAP stellten, Nicht-Katholiken aber 83% (!) der Wähler der NSdAP stellten,[2] also den fünffachen Anteil.

Bei den rund 13,8 Mio.Stimmen für die NSdAP 1932 (Juli 31) stimmten also etwa 2,3 Mio. (17%) Katholiken für die NSdAP aber immerhin 11,4 (!) Mio. (83%) Evangelische (!). Mit anderen Worten: Wäre Deutschland in der Reformation katholisch geblieben, hätte es Hitler als Reichskazler nie gegeben. Grundlage für das massiv zugunsten der NSdAP abweichende Wahlverhalten der Evangelischen ist vermutlich schon Luthers Antisemitismus, der in dem oben erwähnten Artikel der Piusbruderschaft gut dargestellt ist.[3]

Auch in der Wikipedia wird antijüdisches Wirken Luthers dargestellt.[4]

 

Aber auch zur Herkunft der Wähler Hitlers, also welche Partei sie bevorzugten, bevor sie Hitlers NSdAP wählten, die bei den Reichstagswahlen 1928 (Mai 20) nur 2,6 % der abgegebenen Stimmen erreichte, und zuvor auch nie mehr als 3,0%, kann die konfessionell massiv lutherische Orientierung dieser Wähler evt. beitragen: So erreichte die "evangelische" Partei SPD bei den Reichstags-Wahlen 1928 (Mai 20) noch 29,8%, verlor aber bis zu den ersten unfreien Reichstags-Wahlen, 1933 (März 5), davon schrittweise 11,5%, also 38,6% ihrer Wähler, und erreichte dann nur noch 18,3%. Die "evangelische" NSdAP steigerte in dieser Zeit ihren Wähleranteil von 2,6% auf 43,9%![5]

Vermutlich kam ein erheblicher Anteil der Zugewinne der NSdAP von 1928 Mai 20 - 1933 (März 5) also von der SPD(!) selbst! Wahlforscher rechnen mit etwa 2,5 Mio. Stimmen die in dieser Zeit aus dem [links-]sozialistischen Lager, [aber vor allem von der schrumpfenden SPD], zu den Nationalsozialisten übergewandert sind.[6]

Konkret heißt das z.B., dass bei der Reichstagswahl 1932 (Juli 31) immerhin etwa 16% der SPD-Wähler nun für die NSdAP stimmten, die bei der Reichstagswahl 1930 noch für die SPD gestimmt hatten.[7]

 

 

Stand: 19.12. 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1] Das Deutsche Reich. Überblick; URL: http://www.gonschior.de/weimar/Deutschland/; Zugang 12.12. 2014, 03:07 Uhr.

[2] Falter, Jürgen W.; Kapitel 7: Die Wahlen des Jahres 1932/33 und der Aufstieg totalitärer Parteien; o.O. o.J; Seite 299; in: ?; nach URL: http://www.blz.bayern.de/blz/web/100083/100083kapitel7.pdf; Zugang 12.12. 2014, 01:54 Uhr.

[3] „Luther ist der Vater des Antisemitismus“, vom 17. März 2011, 12:45 Uhr; Website: pius.info einfach katholisch Offizielle Homepage der Piusbruderschaft; URL: http://pius.info/streitende-kirche/955-protestantismus/5163-luther-ist-der-vater-der-kollektivschuld-der-juden; Zugang 28.11. 2014, 10:58 Uhr.

[4] „Martin Luther und die Juden“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. November 2014, 10:32 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_und_die_Juden&oldid=135415581 (Abgerufen: 18. Dezember 2014, 21:56 UTC; besonders 2.10 über Luthers Schrift: "Von den Juden und ihren Lügen (Januar 1543)".

[5] Die Wahlergebnisse in diesem Absatz sind zitiert nach: Falter, Jürgen W.; Kapitel 7: Die Wahlen des Jahres 1932/33 und der Aufstieg totalitärer Parteien; o.O. o.J; Seite 311; in: Die Weimarer Republik, Bd. III 1929-33. Das Ende der Demokratie;  Bayerische Landeszentrale für politische Bildung; Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; URL: http://www.blz.bayern.de/blz/web/100083/100083kapitel7.pdf; Zugang 12.12. 2014, 01:54 Uhr.

[6] Borowsky, Peter; Wer wählte Hitler und warum. Ein Bericht über neuere Ergebnisse der Wahlanalysen 1928-1933 (1988); in: Borowksy, Peter; Schlaglichter historischer Forschung. Studien zur Deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert; Aus dem Nachlass herausgegeben von Rainer Hering und Rainer Nicolaysen; Hamburg 2005: Seite 235-253, hier 248.; URL: http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/9/chapter/HamburgUP_Schlaglichter_Hitler.pdf ; Zugang 19.12. 2014, 4:23 Uhr.

[7] Borowsky, Peter; Wer wählte Hitler und warum. Ein Bericht über neuere Ergebnisse der Wahlanalysen 1928-1933 (1988); in: Borowksy, Peter; Schlaglichter historischer Forschung. Studien zur Deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert; Aus dem Nachlass herausgegeben von Rainer Hering und Rainer Nicolaysen; Hamburg 2005: Seite 235-253, hier 248, Tabelle 4.; URL: http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/9/chapter/HamburgUP_Schlaglichter_Hitler.pdf ; Zugang 19.12. 2014, 4:23 Uhr.

 

 
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