Geschichte der Sklaverei
  Luthers Antisemitismus
 

Luthers Antisemitismus:

 

Luther stellt verschiedene antisemitische Forderungen. So

verlangt Luther in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“, aus dem Jahr 1546, die sich an die [evangelischen] Fürsten richtet, und anderswo auch:

1.)  die Verbrennung aller Synagogen,[1] und Schulen der Juden[2],

2.)  [die Wegnahme des Eigentums und des Geldes der Juden[3](„alle Barschaft und Kleinod“[4])]

3.)  die Verbrennung aller Häuser in denen Juden wohnen, und

4.)  die Konzentration der Juden in bestimmten Lagern,

5.)  die Wegnahme aller jüdischen religiösen Werke,

6.)  Lehrverbot für die Rabbiner,

7.)  Verbot des Geldverleihens durch Juden.

8.)  Zwangsarbeit für alle kräftigen Juden, [oder[5]]

9.)  Vertreibung der Juden aus allen Territorien der [evangelischen] Fürsten,[6] wenn sie nicht [lutherische] Christen werden wollen[7].

10.)                 Außerdem äußerte Luther, über die Juden, wie es in der englischen Wikipedia heißt, sogar: „[w]e are at fault in not slaying them“ [zu Deutsch: wir tun Unrecht, wenn wir sie nicht töten], womit er faktisch ihre Ermordung  fordert.[8]

 

Anscheinend haben die Nazis also 1933 bis 1945 >nur< in die Tat umgesetzt, was Martin Luther fast 400 Jahre zuvor gefordert hat. So ist es auch kein Wunder, dass fast jedes anti-jüdische Buch das im Dritten Reich gedruckt wurde, Bezüge auf und Zitate von Luther enthält.[9] (So schrieb 1940 auch Heinrich Himmler [Reichsführer SS und Nr. 3 in Nazi-Deutschland] öffentlich bewundernd über Luthers Schriften und Predigten gegen die Juden.[10])

Anhand dieser Tatsachen sollten sich jene Lutheraner, die nicht Antisemiten sind, angesichts des wieder mal bevorstehenden Lutherjahres – diesmal 2017: 500-jähriges Jubiläum zum Beginn der Reformation – darüber Gedanken machen, ob sie sich nicht einen Anderen zum Ahnherren aussuchen wollen als ausgerechnet Luther, dessen „antijudaistische Theologie“ Ursache seines Wandels hin zum fanatischen Judengegner war[11]. Ein erster Schritt könnte die Abkehr von Luther als Bibelübersetzer sein, denn Luther war und ist nicht der erste und auch nicht der einzige Bibelübersetzer im deutschen Sprachraum, und Luthers Original-Deutsch ist inzwischen stark veraltet. (Wer erkennt beispielsweise schon noch ohne Probleme den Sinn des Titels von Luthers Schrift gegen die aufständischen Bauern „Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren“.) Außerdem haben auch lutherische Kirchen außerhalb Deutschlands Bibelübersetzungen, die ja wohl Luther schlecht alle übersetzt haben kann. Und schließlich haben zahlreiche protestantische Kirchen außerhalb von Deutschland Reformer hervorgebracht, deren Werk im Ergebnis keinen Antisemitismus als Tradition übrig lässt, so beispielsweise die Methodisten, begründet durch George Wesley, oder die englischen Anglikaner, die Quakers und viele evangelikale [nicht: evangelische] Christen in anderen Kirchen, außerhalb Deutschlands, so beispielsweise der evangelikale konservative Unterhaus­-Abgeordnete William Wilberforce in England, der 1787 die Gesellschaft zur Abschaffung der Sklaverei gründete,[12] und der die Kampagne zur Abschaffung des Sklavenhandels und der Sklaverei in England organisierte[13] die 1807 AD erfolgreich zum Gesetz über die Abschaffung des Sklavenhandels im britischen Machtbereich führte, dem Anfang vom weltweiten Ende der Sklaverei. - Hingegen unterstützten die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland den von Nazi-Deutschland begonnen Zweiten Weltkieg, der in ganz Europa u. a. auch ein Sklavenhalterraubzug war, man denke nur an die 7-11 Mio.[14] Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus, die damals aus ganz Europa von den Nazis deportiert und eingesetzt wurden.

 



[1] „Martin Luther“; Wikipedia. Die freie Enzyklopädie; auf DVD; Ausgabe 2007/2008; [Stand August 2007].

[2] Scheuch, Manfred; Historischer Atlas Deutschland. Vom Frankreich bis zur Wiedervereinigung. Mit 107 Karten und 226 Abbildungen, davon 177 in Farbe; o. O. o. J. [nicht vor 1997]: 43.

[3] Wikipedia contributors, 'Martin Luther and antisemitism', Wikipedia, The Free Encyclopedia, 13 September 2014, 21:42 UTC, <http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_and_antisemitism&oldid=625441072> [accessed 18 September 2014].

[4] „Luther ist der Vater des Antisemitismus“, vom 17. März 2011, 12:45 Uhr; Website: pius.info einfach katholisch Offizielle Homepage der Piusbruderschaft; URL: http://pius.info/streitende-kirche/955-protestantismus/5163-luther-ist-der-vater-der-kollektivschuld-der-juden; Zugang 28.11. 2014, 10:58 Uhr.

[5] Wikipedia contributors, 'Martin Luther and antisemitism', Wikipedia, The Free Encyclopedia, 13 September 2014, 21:42 UTC, <http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_and_antisemitism&oldid=625441072> [accessed 18 September 2014].

[6] „Martin Luther“; Wikipedia. Die freie Enzyklopädie; auf DVD; Ausgabe 2007/2008; [Stand August 2007].

[7] Wikipedia contributors, 'Martin Luther and antisemitism', Wikipedia, The Free Encyclopedia, 13 September 2014, 21:42 UTC, <http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_and_antisemitism&oldid=625441072> [accessed 18 September 2014.

[8] Wikipedia contributors, 'Martin Luther and antisemitism', Wikipedia, The Free Encyclopedia, 13 September 2014, 21:42 UTC, <http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_and_antisemitism&oldid=625441072> [accessed 18 September 2014].

[9] Wikipedia contributors, 'Martin Luther and antisemitism', Wikipedia, The Free Encyclopedia, 13 September 2014, 21:42 UTC, <http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_and_antisemitism&oldid=625441072> [accessed 18 September 2014].

[10] Wikipedia contributors, 'Martin Luther and antisemitism', Wikipedia, The Free Encyclopedia, 13 September 2014, 21:42 UTC, <http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_and_antisemitism&oldid=625441072> [accessed 18 September 2014].

[11] „Martin Luther und die Juden“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Juni 2016, 19:57 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_und_die_Juden&oldid=155454422 (Abgerufen: 20. Juni 2016, 03:04 UTC).

[12] Kluxen, Kurt; Geschichte Englands: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 4. A.; Stuttgart 1991: 466.

[13] Wende, Peter; Großbritannien 1500-2000; (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 32); München 2001: 77.

[14] „NS-Zwangsarbeit“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Juni 2016, 20:39 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=NS-Zwangsarbeit&oldid=155489288 (Abgerufen: 6. Juli 2016, 17:00 UTC).-


Eine sehr schöne Ikone von St. Thomas dem Apostel, die ich auf einer Webseite von katholischen Priestern gefunden habe. Wahrer Glaube an Gott kennt keine Verfolgung. 
 
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